Die Geschichte des Teebeutels

Der Teebeutel hat eine kuriose Geschichte hinter sich. Um den Versand von Teeproben zu vereinfachen und günstiger zu gestalten, dachte sich der US-amerikanischen Teehändler Thomas Sullivan Anfang des 20. Jahrhunderts etwas aus. Anstelle die Teeproben in den üblichen Blechdosen zu verschicken, verpackte Sullivan den Tee stattdessen in kleine Mullsäckchen, was das Gewicht und die Kosten des Versand deutlich senkte.

Auf dieses Prinzip wurde in den folgenden Jahren die deutsche Firma „Teekanne“ aufmerksam und verwendete es im 1. Weltkrieg, um die Soldaten an der Front mit Tee zu versorgen. Die immer noch aus Mull bestehenden Teebeutel wurden dort schnell als „Teebomben“ bekannt. Es bestand allerdings immer noch das Problem, das es durch es durch Mull zu einer Geschmacksveränderung des Tees kam.

Die Weiterentwicklung der Teebombe stagnierte bis zum Ende der 20er Jahre, bis „Teekanne“ die Produktion des Ein-Kammer-Teebeutels – entwickelt in den USA – industrialisierte. Es wurde geschmacksneutrales Pergamentpapier zur Aufwahrung des Tees verwendet. Aber auch hier kam es durch den verwendeten Kleber zu einer Beeinflussung des Geschmacks, die dem Genuss schadeten.

Erst durch die Erfindung des Doppelkammerbeutels 1949 konnte dieses Problem gelöst werden. Entwickelt wurde diese Methode von Adolf Rambold, wiederum einem Mitarbeiter der Dresdner Firma „Teekanne“, der auch schon für die Entwicklung der Verpackungsmaschine für die Ein-Kammer-Beutel verantwortlich war. Statt Kleber wurden hier Heftklammern zum Verschließen der Beutel benutzt, sodass sich beim Aufgießen erstmals der reine Teegeschmack entfalten konnte.

Bis heute wird dieses Prinzip weltweit verwendet und erspart dem Teetrinken das lästige Portionieren und sperrige Aufbewahren des Tees. Allerdings kritisieren die Teekenner bis heute die mangelnde Qualität des in Beuteln gelieferten Tees.

Tee aus Indien: Darjeeling, Assam, Dooars, Nilgiri

Die indische Teekultur hat sich erst unter der englischen Kolonialmacht im 19. Jahrhundert entwickelt. Indien wurde hauptsächlich als ein reiner Produktionsstandort genutzt, aber der großflächige Plantagenanbau ermöglichte schnell den Eigenkonsum der Bevölkerung.

Heute sind vor allem vier Anbaugebiete unter Teekennern bekannt und sind somit auch die weltweit gängigsten Teesorten aus Indien. Es handelt sich um die Teesorten Darjeeling, Assam, Dooars und Nilgiri. Im Folgenden sollen diese Sorten, bzw. Anbaugebiete etwas näher betrachtet werden.

Darjeeling

Darjeeling ist eine Stadt im Staat Westbengalen in Indien, nach der das berühmte Teeanbaugebiet benannt wurde. Die im Himalaya-Gebirge gelegenen Darjeeling-Plantagen liegen bis zu 2000 m hoch, da hier dem Wachstum der Teepflanzen durch die kräftige Gebirgssonne und den kühlen Nächten optimale Bedingungen gegeben werden. Zusätzlich verhindert die Höhenluft ein schnelles Wachstum der Pflanzenblätter, wodurch es zu einer intensiven Aromabildung kommt.
Der Geschmack der aus Darjeeling stammenden Teesorten reicht von leicht, blumigen bis hin zu kräftigen, würzigen Kompositionen.

Assam

Assam ist ein Staat Indiens und umfasst das breite Flussdelta zu beiden Seiten des Brahmaputra. Im Norden wird es von den Ketten des östlichen Himalayas begrenzt. Aus der Ebene erheben sich die bis zu 2100 m hohen Assamberge. Assam ist dabei das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt.
Assam-Tee ist schwer und gehaltvoll und wird aufgrund seiner besonderen Würze für Teemischungen (z.B. als Basis des Ostfriesentees) und für Beuteltees verwendet.

Dooars

Die westlich von Assam gelegene indische Provinz gleicht von den natürlichen Voraussetzungen her dem Assam-Distrikt, wodurch die hier entstammenden Tees geschmacklich auch dem Assam-Tee ähneln. Das Anbaugebiet Dooars ist dreimal so groß wie das bekannte Darjeeling-Gebiet. Die Tees schmecken frisch, aromatisch und feinherb.

Nilgiri

Ein bedeutendes Anbaugebiet im Südwesten Indiens. Hier und auf der benachbarten Anamalai- und Mudi-Hochebene wird ein Tee geerntet, da vor allem hier die klimatischen Gegebenheiten zum Tee-Anbau gegeben sind. Der dem Ceylon-Tee ähnliche Nilgiri-Tee ist etwas herb und fruchtig im Geschmack.

TV-Reportage: Tee von A-Z

Mittlerweile hat auch die deutsche Medienlandschaft die Bedeutung des Tees in der heutigen Gesellschaft entdeckt. So lief am 27.03.09 im Nachtprogramm eine Dokumentation auf N-TV mit dem Titel „Tee von A-Z“.

In dieser Reportage erfährt der Zuschauer interessante Fakten und Details zu einem der beliebtesten Getränke weltweit. Die Macher zeigen auch die unterschiedlichen Produktionsweisen von Massenprodukten und besonderen Teesorten.

Einige der Informationen wurden in unserem Tee-Blog bereits erwähnt oder werden noch vorgestellt. Wir werden versuchen den Termin der nächsten Ausstrahlung früh genug herauszufinden und dann natürlich auch zu veröffentlichen.

Tee wird zur Handelsware – Europa kommt auf den Geschmack

Über eine lange Zeit war der Genuss von Tee nur der Elite in China vorbehalten. So tranken vor allem der obere Adel und Klerus Tee zu besonderen Anlässen. Zu einer Verbreitung der Teekultur kam es erstmals während der prunkvollen T´ang Dynastie (618-907 n. Chr.), eine Blütephase des chinesischen Kaiserreiches.

In dieser Zeit verbreitete sich Tee im gesamten Land und in allen gesellschaftlichen Schichten, wobei sich der Konsum immer noch auf eine privilegierte Minderheit beschränkte. Der hohe Preis für die nun entstehende Handelsware Tee ermöglichte den Teegenuss nur an besonderen Feiertagen.

Tee als Ware wurde in Europa erst im Jahr 1610 bekannt. Die ersten Lieferungen des unbekannten Handelsguts kamen aus Japan mit Segelschiffen in Amsterdam an. Für die nächsten 50 Jahre waren die Holländer die einzigen Tee-Importeure Europas, wobei dieses Monopol erst 1669 von den Engländern gebrochen wurde. Die von ihnen gegründete East India Company konnte den Teehandel für weitere 150 Jahre dominieren.

Dadurch konnte der Tee in Europa seine Erfolgsgeschichte starten und zu einem festen Bestandteil der Gesellschaft werden.